Andacht

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir,
mein Seufzen war dir nicht verborgen. Psalm 38, 10

Auf König David liegt eine schwere Last, die seiner Seele den Atem abschnürt.
Er ist tief traurig, geknickt und kraftlos. Und er hat den Eindruck, dass Gott ihn
plagt und straft.
Wer kennt das nicht: obwohl wir voller Vertrauen und Glauben in das Wirken
Gottes sind, bleiben Zweifel, Angst, Krankheit und Resignation nicht aus.
Woran liegt das? Warum? Warum greift Gott nicht deutlicher, nicht Not
wendender ein in mein Leben? Warum lässt er mich allein mit meinen Sorgen
und Problemen? Wo ist Gott? Wie wirkt, hilft Gott?
Oder liegt es doch auch mit an mir? An meiner Unentschiedenheit, Jesus
wirklich zu vertrauen und ihm auch etwas zuzutrauen?

Ein Bauer trägt einen Sack voller Weizen nach Hause. Er
freut sich über das gute Korn. Da begegnet ihm Jesus und
bittet den Bauern: Schenk mir deinen Weizen. Der Bauer
öffnet den Sack und sucht das kleinste Korn heraus und
reicht es Jesus. Der verwandelt das kleine Weizenkorn in
Gold und gibt es dem Bauern zurück. Da ärgert sich der
Bauer, dass er Jesus nicht den ganzen Sack mit Weizen
geschenkt hat. Nach einer irischen Legende

Je mehr ich Jesus Anteil gebe an meinem Leben durch Glauben und
Vertrauen, umso mehr erleben ich die Gegenwart, die Kraft, die Hilfe Jesu.
Dich ist mein Vertrauen nicht oftmals viel zu lau, zu wenig eindeutig, so wenig
mit dem Herzen, wie bei dem Bauern in der Legende?
Mit Jesus werden nicht alle meine Wünsche erfüllt, aber Jesus schenkt „ein
erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche“ (Dietrich Bonhoeffer) und
seine Nähe trägt, schenkt Geborgenheit, Heilung und Zuversicht.
Liebe Grüße
Eure Pastorin Claudia Küchler