Pfingstfest 2020

Diese Worte des Paulus gefallen mir weit besser als die Pfingstgeschichte

Apostelgeschichte 2,1-13

 

Bei der Pfingsterzählung stört mich ganz einfach dies:

Die Jünger tragen von sich aus nichts, wirklich gar nichts dazu bei, dass es Pfingsten wird!Weiterlesen…

Predigt vom 24.05.2020

Epheser 2,8

Im methodistischen Kalender ist der 24. Mai ein besonderes Datum.
Am 24. Mai 1738 war John Wesley in einer Versammlung der Herrnhuter Brüdergemeine und er hörte die Verlesung der Vorrede Luthers zum Römerbrief. „Aber der Glaube ist ein göttliches Werk in uns, das uns wandelt und neu gebiert aus Gott und den alten Adam tötet, aus uns ganz andere Menschen in Herz, Gemüt, Sinn und allen Kräften macht und den heiligen Geist mit sich bringt.“
Diese Worte Martin Luthers gingen John Wesley zu Herzen.
Später schrieb er in seinem Tagebuch: „Mein Herz wurde seltsam erwärmt. Mir wurde eine Gewissheit gegeben, dass er meine Sünden weggenommen hatte, gerade meine, und dass er mich vom Gesetz und von der Sünde erlöst hatte.“Weiterlesen…

Predigt zu Christi Himmelfahrt am 21.05.2020

Ein lieber Besuch reist wieder ab. Wir bringen ihn zum Bahnhof. Warum tun wir das? Nicht nur, weil wir ein Auto haben oder um mit Koffer tragen zu helfen.
Vielmehr heißt das: So weit ich kann, begleite ich dich. Mein Herz schicke ich mit auf die Reise. Du warst und bist ein Teil meines Lebens.Weiterlesen…

Predigt am 26.04.2020

Miserikordias Domini
1.Petrus 2,21-25

21 Dazu hat er euch nämlich berufen.
Denn auch Christus hat für euch gelitten.
Er hat euch ein Beispiel gegeben,
damit ihr ihm in seiner Fußspur nachfolgt.
22 Er hat keine Schuld auf sich geladen
und aus seinem Mund kam nie ein unwahres Wort.
23 Wenn er beschimpft wurde,
gab er es nicht zurück.
Wenn er litt,
drohte er nicht mit Vergeltung.
Sondern er übergab seine Sache
dem gerechten Richter.
24 Er selbst hat unsere Sünde
mit seinem eigenen Leib hinaufgetragen an das Holz.
Dadurch sind wir für die Sünde tot
und können für die Gerechtigkeit leben.
Durch seine Wunden seid ihr geheilt.
25 Ihr wart wie Schafe,
die sich verirrt hatten.
Aber jetzt seid ihr
zu eurem Hirten und Beschützer zurückgekehrt.


Ein Löwe tritt auf. Er reckt sein Haupt, schüttelt seine Mähne und ruft laut: „Ich bin der König der Tiere.“
Ein Hase sieht ihn. Vor Respekt wird er noch kleiner, anerkennend antwortet er: „Ja, du bist der König der Tiere“ und flüchtet schnellstens. Der Löwe geht weiter und trifft eine Gazelle.
Auch vor ihr baut er sich auf und ruft: „Ich bin der König der Tiere.“ Die Gazelle vergisst, dass sie so schnell ist, dass der Löwe sie nie einholen würde. Sie vergisst, dass auch ein Löwe nicht alles kann. Vor Ehrfurcht verneigt sie sich vor dem Löwen und stammelt: „Ja, du bist der König der Tiere.“ Ein Nashorn kreuzt den Weg des Löwen.
Der ist mächtig aufgebaut durch Hase und Gazelle. Deren Ehrfurcht hat ihn bestärkt, dass er wirklich etwas Besonderes ist. Auch vor dem Nashorn stellt sich der Löwe in Pose und sagt: „Ich bin der König der Tiere.“ Obwohl das Nashorn dem Löwen ebenbürtig ist, sinkt es zu Boden und hebt seine Vorderbeine: „Ja, du bist der König der Tiere.“ Von hinten nähert sich dem Löwen ein Elefant.
Als der Löwe auf ihn aufmerksam wird, nutzt er die Chance, um dem Elefanten zu sagen, wer hier der König der Tiere ist. Da so viele Tiere ihn darin bestätigt haben, König zu sein, wird auch der Elefant das einsehen. Doch der reagiert anders als erwartet. Er schlägt mit dem einen Fuß aus und wischt dem Löwen eins über seinen Kopf. Der fällt zu Boden und versteht abgesehen von den Schmerzen die Welt nicht mehr. Der Elefant wendet sich zufrieden ab, er hat die alte Rangordnung wiederhergestellt. Niemand kann ihm die Krone rauben.
Manche Menschen verhalten sich wie der Löwe. Sie wollen anerkannt und bestätigt werden. Ihre Botschaft ist: Ich bin die oder der Beste. Wer das anerkennt, ist Freund.
Aber es gibt auch solche, die wie das Nashorn unterwegs sind. Sie haben Fähigkeiten und werden gebraucht. Doch sobald jemand kommt, der etwas scheinbar besser kann, ziehen sie sich zurück. Statt wie ein Nashorn fühlen sie sich dann eher wie ein Hase. So kommt es, dass sie sich oft unter Wert verkaufen, der Mülleimer für andere werden und mit sich unzufrieden sind, weil sie spüren, dass mehr in ihnen steckt, als sie nach außen zeigen.
Wer wie ein Elefant durch die Welt geht, weiß um seinen Wert und verteidigt ihn. Er teilt aus ohne Rücksicht auf Verluste. Die Beziehung des Elefanten zum Löwen, der zu Boden gestreckt wurde, kann nicht mehr gut werden. Der Löwe wird Rachegefühle bekommen und nach einer Chance zur Vergeltung Ausschau halten. Wer austeilt wie der Elefant muss sich nicht wundern, dass er Feinde hat.

Doch was haben diese verschiedenen Menschentypen, zu denen auch wir mal mehr mal weniger gehören, mit unserem Glauben an Jesus Christus zu tun?

Jesus ist Vorbild, er hat mit seinem Leben ein Beispiel gegeben. Wenn wir etwas für unser Leben lernen wollen, müssen wir uns an Jesus halten und seinen Weg nachgehen.
Jesus war weder wie in dieser Fabel gelesen Löwe, noch Hase, Gazelle, Nashorn oder Elefant.
Löwe war er nicht, denn er schrie nicht „Ich bin der König der Welt“.
Er überließ das Urteil über sich den Menschen, die von ihm berührt waren. Er stellte sich nicht über andere, um sie zu beeindrucken oder ihren Beifall einzustreichen, sondern beugte sich hinab zu den Leidenden, Gestrauchelten und den Kindern.
Er machte Gott groß, nicht sich selbst.
Er ist nicht weggelaufen. Er ließ sich auch angesichts des Todes nicht einschüchtern, sondern ging den Weg im Bewusstsein, dass es Gottes Wille war.
Jesus war andererseits aber auch kein Elefant, der austeilte und andere auf ihre Plätze verwies. In den Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern ließ er sich nicht provozieren, sondern ließ Raum zur Selbsterkenntnis. Er wandte sich in mancher Situation schweigend ab, verließ das Kampffeld, das ihn nicht interessierte.

Jesus hat uns ein Beispiel gegeben, damit ihr ihm in seiner Fußspur nachfolgt. Vers 21
Jesus zu folgen bedeutet, ihn an uns wirken zu lassen. Das geschieht in drei Phasen:

  1. Erkennen und Bekennen
    Wenn ich mich wie ein Löwe aufführe, widerspricht mein Verhalten Gott. Ich will größer sein, als ich wirklich bin.
    Jesus kann mich davon heilen. Seine Wunden am Kreuz sind meine Chance. Sie zeigen mir, dass Jesus mich mehr liebt, als irgendein Mitmensch es je könnte.
    Jesus heilt. Er nimmt sich unserer Wunden an, sie sind in seinen Wunden aufgehoben. Er sagt zu, dass alles, was mich ausmacht, von ihm stammt und er mich genau so will, mit meinen Fähigkeiten, aber auch mit meinen Grenzen. Er hat mich nicht geschaffen, dass ich mich verstecke und für mein Dasein entschuldige, sondern dass ich den Platz einnehme, den er mir zeigen will.
    Jesus hat unsere Sünden ans Kreuz hinauf getragen. Sie sind mit ihm gestorben.
  2. Öffnen
    Die Zusage Jesu, dass er mich liebt, verändert mein Leben. Ich kann nicht der Löwe, das Nashorn, der Elefant bleiben, der ich war. Ostern bewirkt doch etwas in meinem Leben. Aber wie?
    Jesus lebt in mir, um mein Leben ewig zu verändern. In 1.Petrus 1,15 heißt es – ihr sollt in allem was ihr tut heilig sein. Mein Leben ist heilig, aber nicht perfekt.
    Und was ist ein heiliges Leben?
    Es ist der Versuch und das Verlangen, den Willen Gottes zu tun und ihm in jeder Beziehung gehorsam zu sein. Damit ist mein Leben nicht perfekt. Es ist mein Herzenswunsch mit Jesus zu leben und ihm nachzufolgen.
    Der Christushymnus benennt dabei verschiedene Punkte
    • kein Unrecht tun,
    • die Wahrheit sagen,
    • Streit nicht eskalieren lassen und
    • keine Rachegefühle zu pflegen

    Kein Unrecht tun
    Würde mich jemand fragen, ob ich in der letzten Woche Unrecht getan habe, würde ich das erst mal weit von mir weisen. Ich habe niemand bestohlen, keinen umgebracht und meine Ehe nicht gebrochen.
    Aber beim genaueren Hinsehen fällt mir auf, dass es mir in manchen Situationen doch wieder so ging, wie den Tieren in der Fabel. Ich war ganz darauf aus, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, meine Interessen durchzusetzen, statt wie Jesus nach Gottes Willen zu fragen.

    Wie oft habe ich anderen Menschen Unrecht getan, weil es um meinen Willen ging, weil ich den Eindruck hatte, das muss ich jetzt durchsetzen.
    Ich habe als erstes auf mich geschaut und nicht darauf, was dem anderen dient.
    Jesus steht zu mir, obwohl ich ihn sicher oft enttäusche, er ist mir treu. Diese Treue möchte ich in meinem Umfeld, besonders in meiner Familie leben.

    Wahrheit sagen
    Hätte der Löwe die Wahrheit gesagt, wären Hase und Gazelle sicher immer noch geflohen, aber das Nashorn wäre stehen geblieben als gleichwertiger Partner und der Elefant hätte mit dem Löwen Frieden halten können.
    Wie steht es um den Wahrheitsgehalt meiner Aussagen? Dabei geht es ja nicht nur um richtig und falsch, sondern um die Wahrheit, die Jesus verkörpert. Können unsere Gespräche vor Jesus standhalten?
    Es ist eine einfache Übung, beim gemeinsamen Essen, Jesus als Tischnachbarn willkommen zu heißen. Was reden wir in seiner Anwesenheit? Wieviel Klatsch und Tratsch bleibt auf einmal ungesagt, weil er vor Jesus nicht bestehen kann? Wieviel Verletzendes wird gar nicht erst ausgesprochen, weil wir uns seiner Nähe bewusst sind?
    Mit unserem Reden können wir Gott die Ehre geben, wie Jesus es tat.

    Streit nicht eskalieren lassen
    Weder Löwe noch Elefant zeigen eine Lösung für Streit.
    Die Beziehung des Elefanten zum Löwen, der zu Boden gestreckt wurde, kann nicht mehr gut werden. Der Löwe wird Rachegefühle bekommen und nach einer Chance zur Vergeltung Ausschau halten. Wer austeilt wie der Elefant muss sich nicht wundern, dass er Feinde hat.
    Diese Situation zu klären ist schwer.
    Aber, sterieten muss sein. Das gehört einfach zum Leben dazu.
    Denn wir sind alle unterschiedlich. Und jeder und jede von uns hat Bedürfnisse, die nicht immer die Bedürfnisse auch der anderen sind.
    Klassisches Grundproblem: Fenster auf oder zu? Die einen wollen frische Luft, die anderen wollen sich keinen Zug holen. Schwierig. Darüber muss man sich auseinander setzen.
    Vielleicht findet sich ein Kompromiss: Einmal Stoßlüften und dann Fenster zu. Vielleicht auch nicht.
    Mein Eindruck ist: Es wird heute viel übereinander geredet, aber nicht unbedingt mehr miteinander. Aber so geht streiten nicht!
    Wer nur übereinander redet, der verändert nichts, der wird keine Lösung finden. Klar, manche wollen das auch gar nicht.
    Manche wollen bloß ihre Befindlichkeiten loswerden und Dampf ablassen. Das ist aber kein Streit, das ist Hetze.
    Die Hand reichen und auf Gott schauen.
    Das Verbindende suchen.
    Wer diesen Weg geht, ist mutig.
    Er kostet viel mehr Kraft als im Streit unversöhnt auseinander zu gehen. Ich glaube, auf diesem Weg liegt Segen.

    Keine Rachegefühle pflegen
    Rachegefühle gehören zum Miteinander. Sie sind die Antwort auf Verletzungen und offene Wunden. Aber Jesus hat unsere Wunden geheilt, er hat die Schuld ans Kreuz genommen, die Rache ist abgegeben an Gott.
    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, für die Person, die mich verletzt hat, zu beten. Ich merke, dass Jesus mich von der Last der Verletzung und der Rache befreien will. Er nimmt sich der Situation an.

  3. Handeln
    Ich weiß, dass Jesus für mich gestorben und auferstanden ist. Ich weiß, dass das bei mir zur Veränderung führen sollte. Aber ich rede nur davon. „Herr, ich will ja, aber du siehst doch, das es momentan noch nicht geht…“.
    Mir macht der Predigttext deutlich, dass ich heute etwas verändern muss, und zwar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. Jesus ist mein guter Hirte. Er geht mir voraus, leitet mich und schützt mich. Darauf kann ich mich verlassen und mit dieser Sicherheit im Rücken endlich etwas verändern.
    • Die Sünden darf ich bekennen und mir vergeben lassen.
    • Ein neues Miteinander darf ich einüben und dabei erleben, wie Veränderung eintreten wird.
    • Ich weiß um meinen Wert und muss mich nicht klein machen und meine Gaben vergraben, weil alle anderen scheinbar wertvoller sind.
    • Wenn ich anderen vorangehe, ist das für mich kein Grund zu Stolz und Überheblichkeit, sondern zeigt mir, dass auch ich dienen kann und soll.
    Der gute Hirte geht uns voran. Wir können ihm nachgehen, dann hat Ostern Fortsetzung in unserem Leben.

    Amen

Predigt 19.04.2020

Predigt Jesaja 40,26-31

Vor ein paar Wochen habe ich von Matthias Horx im Internet den Artikel:

Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist, gelesen.Weiterlesen…

Predigt Palmsonntag – Markus 14,3-9

Zweckfreie Liebe

Was für eine große Liebe zeigt die Frau durch das, was sie tut!
Um sich mal eine Vorstellung davon zu machen: Nardenöl kam aus Indien. Aus einer Wurzel aus dem Himalaya wurde das kostbare, wohlriechende Öl zubereitet. Dann kam es per Handelsware in den Nahen Osten. 300 Silberstücke kostete die ganze Flasche. Weiterlesen…