Predigt Sonntag 08.11.2020

Seid bereit

Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen… heißt es in einem Lied. Stimmt das denn? Sind wir wirklich Menschen, die den wiederkehrenden Herrn erwarten?

 

Früher war das anders: Zu Lebzeiten Jesu herrschte unter den Juden eine sehnsüchtige Erwartung des Messias, da dieser das Reich Gottes aufbauen würde. So fragten die Pharisäer Jesus: „Wann kommt das Reich Gottes?“ –

 

In den ersten Gemeinden bestand eine Naherwartung der Wiederkunft Jesu und so stellten die Christen den Aposteln eine etwas andere Frage: „Was bedeutet das nahe bevorstehende Weltende für unsere Verstorbenen und für uns selbst?“

Ich lese aus dem 1. Brief an die Thessalonicher im 5. Kapitel die Verse 1 – 11:

  1. Über den genauen Zeitpunkt, Brüder und Schwestern, muss ich euch nichts schreiben,
  2. denn ihr wißt ja: Der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht; keiner weiß, wann es sein wird.
  3. Wenn man euch sagt: „Seid nur ruhig, es ist alles in Ordnung!“, gerade dann braut sich ein jähes Vernichtungsgericht zusammen. Es trifft euch ohne Vorwarnung wie die erste Wehe eine schwangere Frau. Keiner entkommt ihm.
  4. Brüder und Schwestern! sitzt nicht im Finstern herum, sonst überrascht euch der Tag des Herrn wie ein Dieb.
  5. Ihr alle seid Kinder des Lichts und des Tages. Wir gehören nicht zu den finsteren Gesellen der Nacht.
  6. Daher wollen wir uns nicht hinlegen und die Zeit verschlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern bleiben.
  7. Denn wer nachts schläft, und wer nachts betrunken ist, beide gehören der Dunkelheit.
  8. Wir aber gehören dem Tag. Darum wollen wir einen klaren Kopf behalten. Wir sind gut gerüstet: Unsere Panzer sind Glauben und Liebe, und unser Helm ist die Hoffnung auf das Heil.
  9. Denn Gott will nicht, dass wir dem Zorngericht verfallen, sondern dass wir durch unseren Herrn Jesus Christus, gerettet werden,
  10. der an unserer Stelle gestorben ist. Wenn wir gerettet werden, heißt das, dass wir mit dem Herrn zusammen leben, und dann ist es ganz gleich, ob wir wachen oder schlafen, denn dann ist die Zeit der Bewährung vorbei.
  11. So sollt ihr einander ermahnen und im Glauben stärken, wie ihr es ja auch schon tut.

 

Wie geht es euch mit diesem Text?

Spüren wir den Ernst dieser Sätze, verbunden mit einer großen Verheißung? Was bedeutet die Erwartung des kommenden Gottesreiches für unser Leben?“

„Wie wird uns Jesus vorfinden?“

 

Eines Tages ist der letzte Tag. Eines Tages ist Schluss. Eines Tages ist die Welt zu Ende. Jesus nennt einige Anzeichen, an denen die Nähe des Endes erkennbar wird.

Zum Beispiel:

  • Es werden Leute auftreten, die von sich behaupten, dass sie Christus wären.
  • Es wird Kriege geben. Es wird Revolutionen geben.
  • Ein Volk wird gegen das andere auftreten.
  • Es wird Erdbeben geben, es wird Hungersnöte geben.
  • Es wird eine große Christenverfolgung geben: „Ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen!“ (Matth. 24,9).
  • Der Unglaube wird überhand nehmen.
  • Die Liebe wird in vielen erkalten. Es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich bei allen Völkern.

Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ (Luk. 21,25 – 28).

 

Es geht mir jetzt nicht um die Vorzeichen und auch nicht um die Reihenfolge, wie das alles ablaufen wird. Das weiß ich selber auch nicht. Es geht um das Ereignis, worauf die Anzeichen hindeuten, nämlich auf die Wiederkunft Jesu.

Denn das sagt Jesus ganz klar, er kommt wieder. Das hat er immer wieder gesagt.

 

Und nun die Frage: Wie wird Jesus mich vorfinden? Wie werde ich vor ihm bestehen, wenn ich vor ihm stehen werde.

Die Bibel sagt: „Wir werden ihn sehen, wie er ist.“ (1.Joh.3, 2). Das ist die schönste Zusammenfassung, die es gibt für das, was uns erwartet oder was wir erwarten. Wir werden ihn sehen!

Wir werden ihn sehen, und da wird ausdrücklich noch hinzugefügt: „… wie er ist.“

 

Und jetzt die Frage: Bist du bereit?

Wenn du zur Kirche gehörst, dann heißt das noch lange nicht, dass du bereit bist. Deine Kirchenzugehörigkeit, deine Taufe, Einsegnung, kirchliche Trauung ist alles für die Katz, wenn da keine völlige Hingabe, kein persönlicher Glaube an Jesus dahinter steht.

 

Und wenn du an ihn geglaubt hast, bist du gerettet. Wenn du nicht an ihn geglaubt hast, gehst du verloren. Aber Gott will nicht, dass du verloren gehst. Er will, dass du lebst – jetzt in Frieden mit ihm und einem guten Gewissen und dann in Ewigkeit in seinem Reich.

Deswegen bitte ich dich anstelle von Jesus, der damals mit ausgebreiteten Armen am Kreuz hing – ich bitte dich: Lass doch einmal deine ganzen Vorurteile beiseite. Sprich deine Sünden aus und lass dir von Jesus vergeben.

Dietrich Bonhoeffer, der große Theologe des vorigen Jahrhunderts, hat gesagt: „Die wichtigste Frage des Lebens ist: Wie komme ich durch das Gericht?“

Das war auch die Frage von Luther. Der hat es nur anders formuliert. Er hat gesagt: „Die wichtigste Frage ist: Wie kriege ich einen gnädigen Gott?“ Das heißt: Wie kriege ich mein Leben mit meinen Sünden und meiner Schuld hin, dass ich am Ende einmal vor dem heiligen Gott bestehen kann.

 

Stellt euch einmal einen Appellplatz vor, wo alle Menschen zum Appell vor Gott antreten müssen. Alle Menschen müssen antreten. Nehmen wir an, es geht nach dem Alphabet: A – B – C – … ich habe ja noch Zeit…

 

Da kommt der Buchstabe K, und es rückt immer näher mit den Vornamen… Und dann kommt der Moment, an dem es heißt: „Claudia Küchler vortreten zum Gericht!“ Und wisst ihr, was ich dann mache? Ich gehe da nicht hin. Ich haue ab. Ich verstecke mich.

 

Und als zum zweiten Mal gerufen wird: „Claudia Küchler zum Gericht vortreten!“, sage ich: „Jesus, sag du’s!“ Und beim dritten Mal, wo es heißt: „Wo ist die Claudia Küchler?! Vortreten zum Gericht!“, höre ich, wie Jesus sagt: „Hier!“ Und Gott sagt: „Wo? Ich sehe keine Claudia Küchler.“

 

Darauf antwortet Jesus: „Ja, Vater, du hast ja Recht. Die kannst du nicht sehen. Aber die ist hier. Sie hat sich hinter mir versteckt. Die decke ich. Für die stehe ich gerade. Die ist ein Sünder. Aber wir beide haben getauscht. Sie hat mir ihre Sünden gegeben, und ich habe für sie bezahlt und ihr die Vergebung gegeben. Deswegen, Vater, kannst du sie nicht noch einmal bestrafen. Deshalb bitte ich dich: Lass sie durchschlüpfen.“

 

Ja, und so komme ich in den Himmel. Durch ihn – Jesus, durch diese Tür.

Nur durch ihn. Und wenn du Jesus nicht kennst und nicht als deinen Verteidiger hast, dann hast du schlechte Karten. Dann kommst du nicht in den Himmel. Du kommst nicht an Jesus vorbei.

In den Himmel kommst du nur, wenn Jesus dich kennt, wenn er für dich geradesteht. Und da du nicht weißt, wenn er wiederkommt oder wann dein Leben zu Ende geht, darum sagt Jesus: „Sei bereit! Bereite dich vor. Schließ dich mir an. Dann kommst du durch das Gericht.“

 

Wenn wir ehrlich mit uns selbst sind: Wir sind noch nicht ganz bereit für Christi Wiederkehr. Wir hängen noch viel zu sehr an dieser Welt, wir rechnen noch viel zu wenig mit dem Jüngsten Tag.

 

Wenn Jesus wiederkommt, so Paulus, dann wird er kommen wie ein Dieb in der Nacht – plötzlich und unerwartet.

Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns noch bleibt. Aber jeder von uns hat jeden Tag Zeit genug, um dies eine zu sagen: Jesus, erfülle mein Leben mit deinem Geist und hilf mir ein Mensch zu werden, der dir nachfolgt und an deiner Seite steht.

 

Orchestermusiker stimmen ihre Instrumente und sich selbst ein, bevor sie miteinander musizieren. Dieses „einstimmen“ füllt einerseits ihre Wartezeit auf den Beginn des Musikstückes, andererseits ist es Garant für eine gute Aufführung. Genauso sollten wir uns auf das Kommen Jesu einstimmen. Dies ermöglicht uns, wach und nüchtern zu bleiben. Wir müssen uns selbst immer wieder ermutigen und es unserer Seele zusprechen: „Lobe den Herrn meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat“. Unser Instrument – das Wort Gottes hilft uns, unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

 

Ein Satz dieses 1. Thessalonicherbriefes ist wie eine Überschrift und ein Herzstück. Er soll uns in die vor uns liegende Woche begleiten:
„Gott hat uns nicht bestimmt, dass wir seinem Gericht verfallen, sondern dass wir durch Jesus Christus, unseren Herrn, gerettet werden.“ (1. Thessalonicher 5,9)

Predigt 01.11.2020

Vor 20 Jahren stand auf dem Einladungsplakat zu Einweihung der Kirche in Mildenau:
In nur siebenmonatiger Bauzeit entstand für unsere Gemeinde ein neuer Kirchsaal,
den wir am 31. Oktober 2000 einweihen können. Vorher lebte und wuchs die
Gemeinde 87 Jahre in dem am Ende knapp 100 m² großen Saal. 1913 erbaut, gab es
zunächst noch mehrere Wände, die schnell dem Platzbedarf wichen. Zuletzt wurde die
Garderobe in den Keller verlegt, damit das sogenannte „Stübel“ als Raum mit nutzbar
war.
Heute befindet sich nun an dieser Stelle eine Gemeindeküche. Die Garderobe ist auch
wieder oben. Ein schöner Gemeinderaum entstand. Aber nicht nur das. Wer die
Kellerräume aufsucht findet dort einen großen Gruppenraum sowie einen
Jugendraum. All das wurde seit dem 31.Oktober in vielen Arbeitsstunden
fertiggestellt. Nun wollen wir feiern und laden dazu ganz herzlich ein.
„Dankt und dient dem Herrn!“
Das ist uns nicht nur ein Festwochenthema, sondern Thema einer jeden christlichen
Gemeinde.
 Vor 20 Jahren, da war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt.
 Da hat der Posaunenchor gespielt
 Da waren viele Kinder da
 Da brauchten wir keinen Mundschutz
 Da saßen wir nicht in einem Abstand von 1,50 m
 Da haben wir uns am Ausgang die Hand gegeben
Das können wir jetzt bedauern, dass etwas Schönes vorbei ist, oder wir können uns
freuen, dass wir so etwas Schönes erleben durften.
Ich möchte diesen Spruch gerne ergänzen:
dass wir auch in diesen Tagen etwas Schönes erleben dürfen.
Auch mich überkommt gerade jetzt die Sehnsucht nach so manchem,
was vor der Corona – Krise noch möglich war:
Die Begegnung mit Menschen „ohne Sicherheitsabstand“, die Nähe zueinander,
eine Umarmung, persönliche Gespräche, Konzerte, das Feiern von Festen.
Und doch gibt es sie auch jetzt: die vielen kleinen Zeichen durch einen lieben
Kartengruß, einen persönlichen Brief, ein gutes Gespräch am Telefon, ein herzliches
Lachen, eine freundliche Nachricht per SMS oder Email oder ein Austausch via Skype,
bei dem man sich virtuell begegnen kann.
Dankbarkeit und Demut lehrt uns diese Zeit.
Nicht wir sind es, die alles tun und schaffen können.
Es ist an der Zeit, inne zu halten und sich auf das zu besinnen,
was wirklich wichtig im Leben ist,
wer wichtig in unserem Leben ist.
„Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen, denn das
ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.“ (1. Thessalonicher 5, 18)

Dieser Vers enthält eine interessante Antwort auf eine zentrale Frage, die wir als
Christen haben: was will Gott von mir?
Im Prinzip hat sich alles in unserem Leben seit dem II Weltkrieg stetig zum Positiven
verändert: das Pro-Kopf–Einkommen, die Größe unserer Wohnungen, die Anzahl der
Autos pro Person ebenso wie die der Urlaube. Die soziale Sicherheit hat sich extrem
verbessert.
Ein kurzer Blick zurück: Hätten wir nur 150 bis 200 Jahre früher gelebt – eine
historisch gesehen sehr kleine Zeitspanne – wäre unsere Situation eine andere. Die
freie Berufswahl wäre in vielen Fällen nicht möglich, eine Mutter hätte damit zu leben,
von ihren 7-8 Kindern 3-4 zu verlieren. Operationen wurden ohne Narkose und ohne
das Bewusstsein für Hygiene durchgeführt. Die Rechte der Frau waren praktisch nicht
vorhanden, Seuchen war man weitgehend hilflos ausgesetzt. Die Lebenserwartung
war noch vor einem Jahrhundert um die Hälfte niedriger, und gute oder schlechte
Ernten wirkten sich direkt auf die Menge der Nahrung aus, die einem zur Verfügung
stand. Die hygienische Situation war unbeschreiblich viel schlechter.
Also: Insgesamt hat sich vieles verbessert. Extrem verbessert. Während sich
Menschen vor nicht allzu langer Zeit noch häufig mit leerem Magen schlafen legen
mussten, stehen heute praktisch jedem preiswerte Lebensmittel zur Verfügung.
Während sich praktisch alles verbessert, wurde die Anzahl der Menschen, die sich als
„glücklich“ bezeichnen, laufend geringer.
Was ist das Geheimnis hinter dieser unheimlichen Differenz?
Halten wir zunächst mal fest: alle Gaben, die wir erhalten – Nahrung, Gesundheit,
Partner, Haus, schickes Auto, Anerkennung, eine interessante Arbeit, eine Begabung,
egal ob künstlerischer oder sportlicher Art – können uns erfreuen.
Sie können uns nicht erfüllen.
Erfüllen kann uns nicht die Gabe, sondern nur der Geber.
Und Dankbarkeit – ich zitiere hier Bonhoeffer – Dankbarkeit sucht über die Gabe den
Geber.
Eine erste Antwort auf die Frage:
Was will Gott von mir?
Er möchte, dass ich ihn als den Geber meines Lebens sehe. Und ihn dafür
dankbar bin.
Was bewirkt dieser Dank?
Wenn ich für etwas danke, mache ich mir bewusst, dass es nicht verdient ist, dass ich
Gott die Ehre für etwas gebe. Es macht mir bewusst, dass ich von Gott etwas
geschenkt bekommen habe.
Meine Nahrung beispielsweise. Meinen Partner. Meinen Arbeitsplatz. Meine Wohnung,
mein Haus. Den Sonnenuntergang. Den schönen Tag. Indem ich das tue, sehe ich all
das immer weniger als selbstverständlich an. Ich fühle mich in einem immer
stärkeren Maße als Beschenkter.

„Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an
euch!“
Dankbarkeit das trotzige Festhalten an dem Vertrauen auf Gott.
Mir fällt die Missionarin Corrie ten Boom ein, die mit ihrer Schwester in ein deutsches
Konzentrationslager kam. Sie und ihre Familie taten Gutes – sie haben Juden bei sich
versteckt.
Die Folge war die Einlieferung in ein namenloses Elend. Corrie ten Boom und ihre
Schwester haben heimlich Bibelstunden abgehalten. Schließlich starb ihre Schwester
im Lager.
Corrie ten Boom hat an dem Vertrauen auf Jesus Christus festgehalten, und eine
eigentümliche Sicht auf ihre Zeit im KZ entwickelt. So sagte sie: „Glaube wird stark
im Dunkel der Anfechtung!“ Und: „Fotos werden in dunklen Räumen
entwickelt!“
Dankbarkeit ist eine Entscheidung!
Ich glaube an Gott. Ich glaube, dass die Menschheit ohne Gott verloren ist, aber dass
Gott in Christus in die Welt gekommen ist, um den Menschen Erlösung zu bringen.
Dass Jesus Christus die Schuld der Welt auf sich genommen hat.
Ich kann mein Leben dem anvertrauen, der meine Schuld getragen hat.
Dafür kann ich dankbar sein. Am Kreuz kann man Dankbarkeit lernen.
Wie kann Dankbarkeit praktisch werden?
Ich habe da ein paar gute Tipps gehört, zum Teil praktiziere ich sie:
 Schreiben wir uns doch mal fünf Dinge auf, für die wir dankbar sind! Danken wir
regelmäßig dafür!
 Danke doch mal für einen Menschen, für den zu danken Dir schwer fällt!
Danken verändert ja unser Denken. Möglicherweise wirst Du zunehmend
Probleme kriegen, diese Person abzulehnen.
 Danken wir, wenn wir im Dunkel sitzen, in das Dunkel hinein! – „Gott, ich weiß,
dass Du es letztlich gut meinst, und dafür danke ich Dir! Du wirst mich nicht im
Dunkeln lassen!“
Ich bitte Gott vorsichtig darum, mich dankbarer zu machen. Ich möchte immer
bewusster dankbar für das werden, was mir Gott schenkt. Und je länger ich darüber
nachdenke, umso mehr beginne ich zu staunen.
Hab ich alles, kann ich alles, was ich will?
Nein. Aber man kann ein erfülltes Leben haben, ohne alle Wünsche erfüllt zu
bekommen.
Dankt und dienst dem Herrn
Als ich mich heute Morgen an den gedeckten Frühstückstisch gesetzt habe, dachte ich
mir, man müsste viel dankbarer sein, dass das Leben hier bei uns trotz der Krise noch
so gut weitergeht.
Ein „Danke schön“ an unsere Müllabfuhr. Ein herzlicher Dank an die Mitarbeiterinnen
unserer Einkaufsmärkte, die bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit arbeiten. Natürlich
auch an die Lkw-Fahrer, die die Waren liefern. Ein großer Dank gilt unseren Ärzten
und ihren Sprechstundenhilfen.
Einen Dank an die Schwestern und Pfleger unserer Sozialstationen. Vielen Dank an
die Chefs unserer Gasthäuser, ihre Köche und Bedienungen.
Nicht zu vergessen der Dank an unsere Gemüsebauern, die unermüdlich für gesundes
Gemüse sorgen.
Bestimmt fallen euch noch viele andere Menschen ein, denen man in diesen Tagen
einmal Danke sagen muss, für ihren Einsatz in schweren Zeiten.
Wir müssen aber in diesen Tagen auch an die Menschen denken, die gesundheitlich
mit den Folgen des Virus kämpfen. Denken wir an die Menschen, Ärzte, Schwestern,
Pfleger, die für die an dem Virus Erkrankten da sind.
Wir dürfen für die beten, die forschen, um diesen Virus zu stoppen, ja bekämpfen zu
können.
Wir denken auch an die Menschen, die unter den wirtschaftlichen Konsequenzen des
Virus zu leiden haben. Menschen haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Geschäftsleute,
Firmeninhaber bangen um das wirtschaftliche Überleben.
Vielleicht setzen wir uns in diesen Tagen immer wieder einmal hin, falten unsere
Hände zum Dank und zur Bitte. Ich bin mir sicher, dass wir alle gemeinsam diese
Krise meistern. Und vor allem leben wir als Christen nicht aus der Angst, sondern aus
dem Vertrauen, das uns trägt: „Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz
gewiß an jedem neuen Tag.“
Amen